Der Marder-Siamesen-und Kalifornierclub Thüringen auf der Europaschau 2012 in Leipzig

Veröffentlicht am 13.02.2013

In einem ausstellungsreichen Zuchtjahr 2012 im LV Thüringen war die Europaschau in Leipzig zweifelsohne ein Höhepunkt für die Züchter auch für unseren Club. Das belegt die Teilnahme von 13 Clubfreunden eindeutig, die 15 Kollektionen ausstellten.

Die Beteiligung und die Einzelergebnisse sehen wie folgt aus:

Kalifornier schw/w wurden von Wolfgang Hecht Bad Lausick, Sylvia Schäfer Radeburg und Falko Zimmermann Dresden mit je einer Kollektion gezeigt. Beste Kollektion: Wolfgang Hecht mit 383,5 Punkten. 1 Koll Kalifornier havanna/weiß war von der ZG Hofmann Gisela und Christian Kurort Jonsdorf zu sehen und wurden mit 377,0 Pkt bewertet. Bei den Kaliforniern möchte ich auch unseren verehrten Zf Dr. Friedhelm Conrad aus Bernau nicht ungenannt lassen, der je eine Kollektion Kal schw/w, blau/weiß und hav/weiß vorstellte und mit den blau/weißen (382,5 Pkt) Europameister wurde und einen ZDRKE erhielt.

Große Marder blau stellte nur Joachim Kapp Triebes der die beste Kollektion mit 381,5 Pkt. hatte und einen ZDRKE für ein Einzeltier erhielt. Großen Mardern braun zeigten Jens Kramer Wurzen und Joachim Kapp Triebes, der die beste Koll mit 383,5 Pkt. hatte und Europameister sowie auch mit dem besten Einzeltier Europachampion wurde.

Marder braun stellten Jürgen Wagner Neuensalz 382,5 Pkt, Ralf Krumsdorf Elstertrebnitz 382,5 Pkt, Christian Leupold Schilbach 382,0 Pkt. Damit waren die Kollektionen recht ausgeglichen. Europameister und Champion wurde hier unser befreundeter Zf Waldemar Krone aus dem LV Hannover mit hervorragenden 386,5 Punkten.

Marder blau stellten Wolfgang Franke Niederdorf (2 Koll), Andre Hennig Oberseifersdorf, ZGM Hofmann Andreas und Gerhard Neuhaus am Rennweg und Hans-Joachim Wensorra Suhl. Hier hatte erneut Wolfgang Franke Niederdorf die beste Koll (383,0 Pkt) und zudem einen Europachampion.

Unser Fazit zu dieser hochrangigen Schau:

Entsprechend dem Charakter einer Europaschau waren natürlich nicht nur Züchter aus Europa als Aussteller, sondern auch Preisrichter je nach gemeldeten Tieren aus allen beteiligten Ländern und Landesverbänden des ZDRK zum Amtieren eingesetzt.

Die Bewertung wurde nach dem Europastandard durchgeführt und nicht alle PR kamen mit den doch oft von ihren Länderstandards abweichenden Bestimmungen klar.

Deshalb waren Mängel, ja sogar falsche Auslegung der Bewertungsbestimmungen, oft Anlass zu berechtigter Züchterkritik.

Es wird eben nicht mehr schweigend hingenommen, wenn Bewertungsbestimmungen nach eigenem Ermessen ausgelegt werden und dabei ausschlussreife Tiere zum Europachampion befördert werden oder sich in Europameisterkollektionen befinden.

Desweiteren wurden Rassen, wo eine andere Einteilung möglich wäre, willkürlich auseinandergerissen und es durften die PR sogar 160 Tiere an einem Tag bewerten, was im ZDRK unweigerlich zu einer Jahressperre des betreffenden Preisrichters führt.

Das muss doch einen Grund haben! Welch ein „Glück“ für den Züchter, dessen Tiere nach einem Bewertungsmarathon als letzte zur Bewertung kommen!!

Ein Nachteil ist zweifelsohne auch die Bewertung der Tiere am zweiten Tag auf solch großen Schauen.

Befremdlich ist zudem der Einsatz alter, erfahrener PR auf einfarbige Tiere. Oft war der Tenor zu hören, das tun wir uns nicht wieder an, zumal der Diebstahl sich nahtlos fortsetzte.

Ein Marder blau von einem Züchter unseres Clubs war auch gestohlen, anstatt verkauft, wie arglos beim Aussetzen angenommen wurde.

Der Charakter solcher Schauen ist eben, dass sollte uns klar sein, entweder Hopp oder Flopp.

Bei den zu zahlenden Standgeldern ist das erneut eine schmerzliche Erfahrung.

Hiermit soll natürlich nicht alles schlecht geredet werden, denn die vergebenen Preise als Vasen oder Teller waren wirklich dem Anlass würdig.

Ob jedoch die Ehrung eines Europameisters oder Europachampions mit einer Computerdruckurkunde der Würde genüge getan ist, sollte zukünftig überlegt werden. Würden wir diese, oft kuriose, gegen den Standard ausgelegte Bewertung als Maßstab für unsere Clubarbeit nehmen, müssten wir uns ja eine völlig falsche Ausrichtung unserer Clubarbeit und somit eine Fehlentwicklung dieser schönen aber auch seltenen Rassen eingestehen.

Diese Meinungsbildung ist in Absprache mit unserem Clubvorsitzenden Joachim Kapp entstanden.