Protokoll der 25. Tagung der AG Russen-, Kalifornier-,Marder- und Siamesenclubs im ZDRK am 19. und 20. Mai 2012 in Ellmendingen bei Pforzheim

Veröffentlicht am 09.06.2012

Verfasser:
Reiner Hoffmann, 06420 Könnern OT Gerlebogk; An der Kirche 20, (034691/2 25 76, von der AG der R.- u. Marder-Clubs im ZDRK beauftragter Schriftführer

Verlauf:

  1. Veranstaltungstag: Sa., 19. Mai 2012; Beginn 9.00 Uhr;

  2. Veranstaltungstag: So 20.05.12; Beginn: 9.00 Uhr; Ende: gegen 11.30 Uhr.

Zur Tagung am Samstag:

Die nun schon seit einem Viertel Jahrhundert durchgeführte Arbeitstagung der Russen-, Kalifornier-, Marder- und Siamesenclubs im ZDRK fand am 19. und 20. Mai 2012 in Keltern-Ellmendingen bei Pforzheim statt.

Dieter Bach, Obmann des Badischen R.-, M.-, Si, -Schwarzgrannen- u. Kalifornieclubs, begrüßte die wieder zahlreich erschienen Vertreter der Clubs der Landesverbände Bayern, Baden, Thüringen, Berlin-Mark Brandenburg und Westfalen. An der zweitägigen Tagung nahmen teil: 12 Zf aus dem R-M-Siam-Kal-Club Baden, 4 Zf vom R-M-Siam-Club Württemberg-Hohenzollern, 3 Zf vom Hol-R-M-Siam-Club Rheinland-Pfalz, 2 Zf vom R-Kal-Club Berlin-Mark Brandenburg, 6 Zf vom RC Thüringen, , 2 Zf vom RC Thür./Sekt. Nord, 3 Zf vom Marder-Siam-Kalifornier-Club Thüringen, 6 Zf vom R–M–Siam– Kal-Club Westfalen, 3 Zf vom R–M-Siam-Club Hessen-Nassau, je 1 Vertreter des Kal-Si-M-R-Clubs Bayern und des Loh-M-Clubs Hannover. Zf Dieter Bach konnte ferner 3 Gäste begrüßen und zwei Dozenten vorstellen, Zuchtwart Manfred Knopke vom LV Baden und den stellvertretenden Abteilungsleiter der Vereinigten Spezialclubs im ZDRK, Zf Klaus Baranowski. Das Programm der beiden Tage wurde bekannt gegeben und auch danach verfahren.

Schon am Freitag nach Himmelfahrt wurde das Rahmenprogramm für die mit angereisten Partner und Züchter mit einer Verkostung Badischer Weine gestartet. Ein Besuch der Schmuckwelten in Pforzheim kam bei den Partnerinnen an, samstags nachmittags ging es mit einem Reisebus in den reizvollen nördlichen Schwarzwald. Hier stand der Besuch des Kurparks Bad Wildbad an, eine Einkehr zum Verzehr der berühmten Schwarzwälder Kirschtorte durfte nicht fehlen.

Das schon traditionelle Gruppenfoto vervielfältigte wieder Zf Sabine Bialek (Westfalen), so konnte jeder Teilnehmer ein Erinnerungsbild erwerben.

Am Samstagabend stand im Mittelpunkt der Rückblick auf die 25 Jahre Clubtagungen. Zf Gerhard Dillenberger trug einen kurzen Abriss vor, daneben bedankten sich mehrere Clubfreunde bei den Organisatoren der Tagung. Mit Reimen wurde ein Teil der Anwesenden vorgestellt, über die technische Beschreibung des Kaninchens konnte geschmunzelt werden.

Die lehrreichen Tierbesprechungen mit Fachvorträgen über die Russen-, Kalifornier-, Marder-, und Siamesen wurden am Samstagvormittag für alle angereisten Clubzüchter wieder gemeinsam durchgeführt. Dadurch konnten wieder mehrere Rassenschwerpunkte betrachtet werden.

Tierbesprechungen vom Stellv. ZDRK-Club-Obmann Klaus Baranowski über einige Besonderheiten des schw.-w. und des blau-w. Russenkaninchens

In dankeswerter Weise hatten sich wieder einige Zf bereiterklärt, Tiere zur Besprechung mitzubringen. Der referierende Preisrichter hob am Beispiel eines schw.-w. Alt-Rammlers das Gewöhnen der Tiere an das „sich-zeigen“ hervor. Das Fell der Russenkaninchen soll auch „arbeiten“, also nach dem Streichen von der Hinterpartie zum Halsbereich hin, langsam zurückgehen. Ein unfertiges Fell müsste nicht sein. Anschließend wurde ein Jungtier vom Januar mit Kältefärbung gezeigt. Rassesprecher J. Kapp verwies auf die Bedeutung einer kräftigen Ohrstruktur. Je länger das Tier, umso länger ist das Ohr, oftmals fehlt dann die Stabilität der Ohrstruktur. Ein bl.-w. R konnte durch ein 9cm langes Ohr und ausgeprägter Ohrgewebestärke sowie schöner Farbe und exakter Zeichnung bei etwas längerem Fell überzeugen.

Zf H.-D. Degwer sprach die Problematik des Unterkieferanfluges beim bl.-w. R an.

Tierbesprechungen Marderkaninchen vom LV-Zuchtwart Manfred Knopke

Der Vortragende unterstrich die Bedeutung der korrekten Stellung des Tieres auf dem Tisch. Ferner wurde auf die in letzter Zeit auftretenden Probleme mit der „versteiften Kralle“ verwiesen. Wenn jetzt nicht mehr von Unterwolle, sondern von Unterhaar gesprochen wird, so stellt sich die Frage, ob das dem Züchter dienlich wäre. Zwei schöne Braunmarder zeigten bestechend schöne Augenfarbe und bei einem 6jährigen 1,0 ausgezeichnete Körperform und exzellente Stellung. Spontan zollten die anwesenden Clubzüchter Beifall. Die Bewertung des Braunmarderkaninchens sollte dem Alter entsprechen. Die Krallenfarbe passt sich der Unterfarbe an. Zur Intensität der Farbe des Rückenstreifens wurde bemerkt, dass dieser mit zunehmendem Alter nachdunkeln würde. Wir bräuchten Tiere, die nicht jeden Witterungswechsel mit einer Farbveränderung beantworten.

Tierbesprechungen Siamesen-, Kalifornier- und Groß-Marderkaninchen von Rassesprecher Joachim Kapp

Beim Zeigen eines blauen Siamesen verwies der Referent auf den Wert der Fehlfarben bei solch relativ seltener Rasse. Der langjährige Preisrichter rief den Züchtern zu, den ganzen Wurf aufzuziehen. Also auch „Russen-Siam“ u. a. Fehlfarben ermöglichen eine große Auswahl. Tiere würden nicht bewertet, sondern nur eingeschätzt werden. Die Farbe sollte wenigstens bis zur Hälfte an den Hinterläufen vorhanden sein. In der Jugendphase kranke oder kränkelnde Tiere würden nie Ausstellungstiere werden. Auch die Dauer des Säugens hätte einen Einfluss auf die spätere Entwicklung.

Der Vortragende kennzeichnete 8 Wochen Säugezeit als optimal, da die Muttermilch hinsichtlich der Abwehrfunktion von großer Bedeutung wäre.

Zur gelben Farbe wurde ausgeführt, dass ein nachgedunkelter Kopf bei einem älteren Tier eben auch ein verdünntes braun darstellen würde. Der Ohransatz müsste nicht scharf abgegrenzt, Augeneinfassungen müssen beim Siamesen vorhanden sein.

Der PR betonte im Besonderen die erfreuliche Entwicklung bei den Kalifornierkaninchen.

Zur Krallenfarbe vertrat Kapp die Auffassung, dass ein Tier mit aufgehellter Krallenfarbe nie eine schöne schwarze Blume haben würde. Die gezeigten Tiere wiesen deutliche Unterschiede in der Ohrstruktur auf.

Zu den Groß-Mardern wurde ausgeführt: Endlich wurden die Groß-Marder, blau, anerkannt. Hinweis auf Spalterblichkeit erfolgte. Der gedrungene Bau sollte ähnlich wie beim Kalifornierkaninchen sein, die Ohren eine Länge über 11 cm aufweisen, 4,2 Kg Lebendgewicht würden reichen.

Die drei Vorträge und das Aufzeichnen der züchterischen Schwerpunkte kamen bei den Clubzüchtern sehr gut an, die Zf spendeten herzlichen Beifall.

Diskussionen und Organisatorisches

Der zweite Beratungstag beschäftigte sich vorwiegend mit organisatorischen Fragen.

Joachim Kapp schlug vor, die kommenden Tagungen bereits um 8.30 Uhr zu beginnen. So könnten wir ab 9 Uhr mit den Tierbesprechungen starten. Einige Tagungsteilnehmer sprachen sich für das Zeigen typischer fehlerhafter Tiere aus. Eine korrigierte Adressenliste wurde erstellt.

Von der Bundeskaninchenschau in Erfurt vom letzten Jahr berichtete PR Zf Waldemar Krone sehr fundiert. Es wird schwierig sein, den hohen Stand bei den schw.-w. Russen zu halten. Der Redner wünschte sich, dass die Qualität mehr herausgestellt werden sollte. In der Diskussion wurde der Wunsch geäußert, dass in Zukunft mehr bl.-w. Russen ausgestellt werden. Bedenklich wäre, dass der kleinste Fleck bei Marderkaninchen im Rückenbereich von einigen PR sofort hart mit drastischem Punktabzug gestraft würde.

Zf Ulrich Schumacher, Obmann des Westfälischen Clubs, stellte die Ausstellungsordnung der 13. überregionalen Kalifornier-, Marder-, Siamesen- und Russenclubvergleichsschau in Iserlohn-Drüpplingsen am 6. u. 7. Oktober 2012 vor. Die auswertende Tierbesprechung findet am Ausstellungssontag um 10 Uhr statt. Dazu werden die 2 bis 3 Tiere je Farbenschlag gesondert eingestallt, was die Besprechung erleichtert.

Für die Jubiläumsschau 2013 in Hessen am Wochenende zum Tag der deutschen Einheit warb der Clubvorsitzende von Hessen-Nassau, der Zf G. Dillenberger. Die Vorstellung der Ausstellungsordnung erfolgt auf der Arbeitstagung in Marlesreuth/Frankenwald unweit von Naila(Bayern).

Zf Günter Griesbach besprach Einzelheiten zur 26. Arbeitstagung am 11. und 12. Mai 2013.

Für die Tagung 2014 hat sich der Thüringer Marderclub beworben. J. Kapp plant das Treffen in Alt-Jocketa (Vogtland, nördlich von Plauen), ein Besuch des Bauernmuseums ist angedacht.

Nach Bestätigung des Termins der 14. überregionalen Vergleichsschau 2014 in Annweiler am Trifels (Pfalz) stellten sich in kurzen Sätzen die neun anwesenden Clubs vor (Mitgliederzahlen, Gründung, Entwicklungen).

Den Organisatoren der diesjährigen Arbeitstagung, Zf Gisela Richter und Zf Dieter Bach, wurde in herzlichen Worten für die perfekte Planung und Durchführung des Treffens durch den Rassesprecher gedankt.